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Astrée Lhermitte-Soka: Biografie, künstlerischer Werdegang und bedeutende Werke

Astrée Lhermitte-Soka ist eine französische Malerin, die am Savannah College of Art and Design (SCAD) in Georgia, USA, ausgebildet wurde und dort einen … erworben hat.

Artiste femme en atelier devant une grande toile abstraite aux tons terreux, tenant un couteau à palette

Astrée Lhermitte-Soka ist eine französische Malerin. Sie studierte am Savannah College of Art and Design (SCAD) in Georgia, USA, wo sie Abschlüsse in Grafikdesign und Illustration erwarb. Ihr malerisches Werk ist in langfristig angelegten Serien strukturiert. Den Titeln ihrer Bilder kommt dabei eine zentrale Rolle zu: Durch Sprachspiele und literarische Bezüge funktionieren sie als eigenständige Erzählungen.

Titel und Wortspiele: Wenn sich Astrée Lhermitte-Sokas Malerei ebenso lesen wie betrachten lässt

Bei Astrée Lhermitte-Soka tragen die Bildtitel maßgeblich zur Bedeutungskonstruktion bei. Sie werden dem Bild nicht nachträglich hinzugefügt, sondern führen dessen Deutung durch Sprachspiele und literarische Bezüge weiter.

Einige Beispiele: Les quatre coings d’un monde (Die vier Quitten einer Welt) ersetzt die geometrische Ecke durch die Frucht und eröffnet so eine doppelte Lesart zwischen Raum und Natur. Treize lunes et autant de savonnettes à l’iréos (Dreizehn Monde und ebenso viele Iris-Seifen) greift einen alten Duftstoff auf – die in der Seifenherstellung verwendete Iriswurzel –, um vom Vergehen der Zeit zu erzählen. La Semaine des quatre jeudis (Die Woche mit vier Donnerstagen) nimmt eine sprichwörtliche Redewendung auf, die das Unmögliche bezeichnet.

Diese Titel schmücken die Bilder nicht bloß. Sie lenken die Betrachtung, schaffen einen Bruch und verweisen mitunter auf Literatur (Cesare Pavese zählt zu den Autoren, die ihr Werk prägen). Ihr Schaffen auf die Biografie von Astrée Lhermitte zu reduzieren, ohne diese sprachliche Dimension zu berücksichtigen, bedeutet, die Hälfte der Aussage auszublenden.

Künstlerin in einer strukturierten Jacke, die in einem Raum mit Kunstarchivmaterial ein Skizzenbuch betrachtet

Künstlerische Ausbildung in den USA: von Grafikdesign zur Malerei

Astrée Lhermitte-Soka studierte am Savannah College of Art and Design, einer renommierten Hochschule für Bildende Kunst und Design. Dort erwarb sie Kompetenzen in Grafikdesign und Illustration – zwei Disziplinen, die ein ausgeprägtes Gespür für das Verhältnis von Text und Bild erfordern.

Nach ihrem Studium lebte sie mehrere Jahre in New York und arbeitete als Grafikdesignerin. Auf diese Erfahrung in den USA folgte eine Tätigkeit beim Film als Maskenbildnerin, bevor sie sich endgültig der Malerei zuwandte.

Dieser nicht geradlinige Werdegang gibt Aufschluss über ihre heutige Praxis. Im Grafikdesign lernte sie, den Titel als visuelles Element zu begreifen und nicht als bloße Bildunterschrift. Die Filmmaskenbildnerei, eine Kunst der Verwandlung in aufeinanderfolgenden Schichten, spiegelt sich in ihrer Arbeitsweise wider: Sie entwickelt Bildserien, in denen jedes Werk dem Gesamterzählstrang eine weitere Ebene hinzufügt.

Bildserien von Astrée Lhermitte-Soka: Otom Potom und weitere Werkgruppen

Astrée Lhermitte-Sokas Werk besteht nicht aus einzelnen, voneinander unabhängigen Bildern. Es ist in langfristig angelegte Serien gegliedert, die jeweils über mehrere Jahre hinweg ein thematisches Gebiet erkunden.

Die Serie Otom Potom

Die 2009 begonnene Serie Otom Potom wird offenbar bis heute fortgeführt. Ihr Titel entlehnt sich einer serbokroatischen Redewendung und verortet das Projekt von Anfang an in einem mehrsprachigen Kontext. Inhaltlich setzt sich die Serie mit Sprache und den Verletzungen des Lebens auseinander – zwei Motiven, die in den einzelnen Bildtiteln miteinander verwoben werden.

Eine Werkgruppe mit einem fremdsprachigen Titel zu benennen, ist kein Zufall. Der Titel versetzt die Betrachtenden in eine sprachliche Fremdheit, die dazu einlädt, zunächst hinzusehen, bevor man nach einer Erklärung sucht.

Weitere dokumentierte Serien

Zu den in den verfügbaren Quellen genannten Werkgruppen zählen:

  • Doux-sœur (Süße Schwester): Der Titel spielt mit dem Gleichklang von „douceur“ (Sanftheit) und „sœur“ (Schwester) und verleiht der Serie eine emotionale und familiäre Dimension
  • Les robes porte-bonheur (Die Glückskleider): Die Verbindung eines alltäglichen Kleidungsstücks mit einem Aberglauben schafft einen Raum zwischen dem Banalen und dem Symbolischen
  • Hexagone exigu (Beengtes Sechseck): Der geografische Verweis auf Frankreich – das „Hexagone“ – wird durch das Adjektiv „exigu“ (beengt) zugespitzt und deutet auf eine Auseinandersetzung mit Territorium, Eingeschlossensein oder nationaler Identität hin

Jeder Serientitel funktioniert wie ein Programm. Der Name geht den Bildern voraus und prägt ihre Rezeption – ein Merkmal, das diesen Ansatz von einer rein formalen Malerei unterscheidet.

Künstlerin steht in einer Galerie für zeitgenössische Kunst mit weißen Wänden vor einem gerahmten Werk aus verschiedenen Materialien

Künstlerische Herkunft: Thierry Lhermitte und das familiäre Erbe

Astrée Lhermitte-Soka ist die älteste Tochter des Schauspielers Thierry Lhermitte und seiner Frau Hélène Aubert. Sie wuchs mit ihrem Bruder Victor und ihrer Schwester Louise (genannt Lonny) auf. In ihrer väterlichen Familie finden sich mehrere Persönlichkeiten aus Kunst und Wissenschaft: Zu ihren Vorfahren zählen der Maler Léon Lhermitte sowie die Neurologen Jean Lhermitte und François Lhermitte.

Diese Familiengeschichte erklärt zum Teil das Interesse der Boulevardpresse an ihr. Ihr künstlerischer Werdegang entwickelte sich jedoch abseits des Rampenlichts. Die Entscheidung für das SCAD statt einer Pariser Kunsthochschule, die Jahre in New York und der Abstecher zur Filmmaskenbildnerei zeugen davon, dass sie ihren eigenen Weg gehen wollte.

Privat ist Astrée Mutter einer Tochter namens Alice, die aus ihrer Beziehung mit N. Soka stammt. Dessen Name bildet den zweiten Teil ihres Künstlernamens.

Was Astrée Lhermitte-Sokas Malerei ohne ihre Titel einbüßt

Wer diese Künstlerin allein über ihre Familienbiografie vorstellt, übersieht, was ihre Arbeit besonders macht. Online-Konkurrenten richten ihre Artikel auf Thierry Lhermitte, die Kinder der Familie oder die Krankheit des Vaters aus. Das malerische Werk erscheint dabei als biografisches Detail, als Zeile im Lebenslauf.

Das Problem dieses Ansatzes ist konkret: Ein Bild mit dem Titel Les quatre coings d’un monde, das in einer Boulevardpresse-Bildstrecke ohne Titel gezeigt wird, wird zu einem Bild unter vielen. Mit seinem Titel eröffnet es ein Spiel der Bezüge zwischen Botanik, Geometrie und Kosmologie. Der Titel macht das Bild zu einem Rätsel, das es zu lösen gilt.

Wird die Serie Otom Potom auf „Sie malt“ reduziert, gehen ihre Mehrsprachigkeit und ihre zeitliche Dimension verloren. Die Bezüge zu Cesare Pavese verschwinden. Die Auseinandersetzung mit Sprache, die Astrée Lhermitte-Soka von klassischer figurativer oder abstrakter Malerei unterscheidet, bleibt unsichtbar.

Diese Künstlerin schafft eine erzählerische Malerei, deren Geschichten ebenso durch Worte wie durch Pigmente vermittelt werden. Ohne ihre Titel verlieren die Bilder die Hälfte ihres Bedeutungssystems.

Astrée Lhermitte-Soka: Biografie, künstlerischer Werdegang und bedeutende Werke